Wärmepumpen und Windkraft – erneuerbare Energien

In beiden steckt viel Potenzial für die Zukunft. Wie die aktuelle Marktentwicklung voranschreitet und wohin der Trend geht, wird in folgende Grafiken dargestellt.

Wärmepumpen

Der Aufschwung des Wärmepumpenmarktes kam in den 1980er Jahren, gefolgt von einem Einbruch in den 1990ern. Seit 2001 steigt der Bedarf nach Heizungswärmepumpen parallel zum Bau von energieeffizienten Gebäuden. Der geringe Bedarf an Heizwärme und Heizungsvorlauftemperaturen begünstigt den Einsatz.

Abbildung 2 - Die Marktentwicklung der Wärmepumpen in Österreich bis 2017 (Quelle: TU Wien, EEG (2018))
Abbildung 2- Die Marktentwicklung der Wärmepumpen in Österreich bis 2017 (Quelle: TU Wien, EEG (2018)

Der Absatz von Wärmepumpen in Österreich sowie am Exportmarkt stieg im Vergleich zu 2016 von 33.094 auf 36.446 – das bedeutet ein Wachstum von 10,1 Prozent. Am Inlandsmarkt lag er bei 9,1 Prozent, der Export schaffte es sogar auf 12,5 Prozent. Heizungswärmepumpen mit bis 20 kW Leistung waren von besonders starkem Wuchs gekennzeichnet.

Der Wirtschaftsbereich Wärmepumpe beinhaltet Produktion, Handel, Installation und Wert der Umweltwärme. In diesem Bereich wurde im Jahr 2017 ein Gesamtumsatz von 583 Millionen Euro erwirtschaftet und somit eine Equivalenz von ca. 1.388 Vollzeitarbeitsplätzen und einer Einsparung von 608.995 Tonnen CO2äqu.

Bei der Forschung und Entwicklung wird bei Wärmepumpensystemen das Augenmerk auf Kombinationsanlagen mit anderen Formen von erneuerbarer Energie gelegt.

Windkraft

Zwischen 2003 und 2006 sowie 2012 und 2017 kam es zu einem starken Anstieg des Anlagenbestands. Dieses Ergebnis ist auf günstige Rahmenbedingungen im energiepolitischen Bereich zurückzuführen.

Abbildung 1 - Die Marktentwicklung der Windkraft in Österreich bis 2017 (Quelle: IG Windkraft)
Abbildung 1 – Die Marktentwicklung der Windkraft in Österreich bis 2017 (Quelle: IG Windkraft)

2017 wurden 63 Konstruktionen in Österreich verteilt errichtet:

  • Niederösterreich: 39
  • Steiermark: 19
  • Burgenland: 4
  • Kärnten: 1

Im letzten Jahr wurden 10-11 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs von 1.260 am Netz hängenden Windkraftanlagen gedeckt. Verglichen mit 2016 bedeutet das einen Anstieg von 19 Prozent. Die Einsparung von über 1,9 Millionen Tonnen CO2äqu (Kohlendioxid – Äquivalente) ist ein relevanter Nebeneffekt.

Windenergie
Windrad am Land

Windkraft als Teil des Energiesystems

Kurzfristig (bis 2020)

Die Anlagen Österreichs liefern über 10 Prozent des Gesamtverbrauchs an Strom. Sie nehmen eine relevante, aber keine vorherrschende Rolle in Europa ein. Lateinamerika, Nordamerika sowie China sind führend im Ausbau der Windkraft. Europa hat hier zwar Aufholbedarf, allerdings sind wir führend in der Industrie. Betreiber und Entwickler können moderne und innovative Technologien nach Bedarf offerieren und in Forschung und Entwicklung investieren. Zusätzlich sind sie marktdominierend. Automatisierungen und Industialisierungen nehmen beim Herstellungsprozess eine immer wichtiger werdende Rolle ein. Die Nachfrage nach der Optimierung und Expertise von Anlagen wächst. Vor allem die Kleinwindkraft ist relevant für den ländlichen Raum und kann kleinere bis mittlere Betriebe versorgen, besonders  in Kombination mit Photovoltaik.

Mittelfristig (bis 2030)

Das österreichische Stromsystem beruht in Österreich zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie; 25 Prozent werden durch Windenergie erzeugt. Die heutigen Großkraftwerke werden durch Anlagen für Windkraft ersetzt – sie verändern sich vom passiven zum aktiven Teil des Energienetzes. Der Einsatz von Speichern versorgt Haushalte und Betriebe durch Windparks und Kleinwindsysteme. Gleichzeitig wird die Verfügbarkeit dieser Depots erhöht. Die Kombination aus Strom und Wärme sowie industrieller Prozesse und Mobilität gewinnt an Bedeutung. Der Anteil an fossilem und nuklearem Strom sinkt durch den Einsatz erneuerbarer Energie.

Der erzeugte Strom kann für die Elektrolyse genutzt werden und soll Innovationen in diesem Bereich ankurbeln. (Begriffserklärung: „Elektrolyse nennt man einen Prozess, bei dem elektrischer Strom eine Redoxreaktion erzwingt. Sie wird beispielsweise zur Gewinnung von Metallen verwendet, oder zur Herstellung von Stoffen, deren Gewinnung durch rein chemische Prozesse teurer oder kaum möglich wäre. Beispiele wichtiger Elektrolysen sind die Gewinnung von Wasserstoff, Aluminium, Chlor und Natronlauge.“ – Wikipedia)

Windenergie wird weltweit ausgebaut und genutzt. Die europäische Industrie bleibt marktführend, wird ohne politisches Engagement und Heimatmarkt aber nicht konkurrenzfähig sein. Durch Mikrowindturbinen in Kombination mit Photovoltaik mit Batteriesystemen soll die Eigenversorgung von urbanen Wohnbauten verbessert werden.

Langfristig (bis 2050)

Die Windenergie deckt die Hälfte des gesamten europäischen Stromverbrauchs. Der Strom kann aufgrund des Zusammenspiels von verschiedenen erneuerbaren Energien für Mobilitäts- Wärme- und Industriedienstleistungen genutzt werden.Die fortlaufend modernisierten Anlagen werden durch langfristige und stabile Lösungen Europas in dauerhaftem Betrieb gehalten.

Erfahren Sie mehr über andere Arten der erneuerbare Energie.

Quelle:

Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2017 vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

 

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