Mit Begrünung gegen die Hitze

Da wir letztes Mal die Folgen des Klimawandels in Bezug auf Wald und Hitze näher betrachtet haben, wollen wir nun eine mögliche Lösung vorstellen.

Denn wer im Sommer barfuß auf der Straße geht, weiß, wie stark sich Beton erhitzen kann. Großstädte sind durch die Verbauung am Stärksten davon betroffen. Fassadenbegrünung ist hierbei eine gute Idee. Laut der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 kühlt eine begrünte Fassade mit 850 Quadratmetern gleich wie 75 Klimageräte mit 3000 Watt, die acht Stunden lang laufen. Durch die Begrünung aller Straßenfassaden ohne Innenhöfe sinke die gefühlte Temperatur um 14 Grad, laut einer Studie der Stadt Wien.

Temperaturunterschied Begrünung
Temperatur durch Begrünung regeln

Bei der Infografik vom VCÖ wurde mit 28 Grad Lufttemperatur der Unterschied von Straße und Rasen gemessen. Hierbei sieht man, dass sich der Beton im Schatten auf 44 Grad erhitzt, in der Sonne liegt er sogar bei 51 Grad. Der Pflasterstein verträgt die Sonneneinstrahlung besser mit 42 Grad. Einzig ähnlich der Lufttemperatur ist der Rasen mit gleichem Wert von 28 Grad. Im Schatten der Wiese liegt die Temperatur bei angenehmen 26 Grad. Klares Fazit: Um die Hitze in der Stadt erträglicher zu machen, ist Begrünung definitiv eine gute Lösung.

Der Unterschied von begrünter zu nackter Fassade

Durch die Photosynthese der Pflanzen wird Feuchtigkeit abgegeben und somit gekühlt. Nebenbei wird das Haus beschattet. Die nackte Fassade hingegen nimmt die Sonneneinstrahlung nicht nur auf, sondern reflektiert sie zusätzlich auf die Straße.

Begrünung schafft Abhilfe bei Hitze
Vorzeigebeispiele und Förderungen

Seit 9.8.2018 steht am Hauptbahnhof in Wien „Mugli“, ein Showcontainer für Fassadenbegrünung. Hier erfahren Besucher, welche Begrünungsmöglichkeiten es gibt und wie die Technologien sowie Technik dahinter funktionieren. Für genauere Infos ist eine Website vorhanden. Gute Nachrichten für alle Interessierten: Die Stadt Wien fördert jedes Projekt mit 2.200,00 Euro, egal ob im Innenhof oder auf der Außenseite. Kostengünstige Optionen können Veitschi und Efeu sein.

Die großartige Vielfalt an Begrünung zeigt uns die MA 48, das Bezirksamt Margareten und die MA 31. Wiener Wasser lassen auf 990 Quadratmetern verschiedenste Winden, sowie Gras- und Staudenarten wachsen. Die Boku und TU verwalten Wind- und Wasserverbrauch, Vegetation, Oberflächentemperatur und Wärmeströme.

Begrünung und Insekten

Wer bei Begrünung an eine Insektenplage denkt, liegt hier falsch. Denn Wespen interessieren sich für menschliche Nahrung, nicht für die Blüten. Ameisen verbreiten sich bei Wasserproblemen, nicht aber bei Begrünung. Für die Population der Wildbiene wäre dies jedoch von Wichtigkeit, denn die Verwandte der Honigbiene hilft beim Bestäuben. Dies Wiederum ist notwendig für das Bilden von Früchten und Gemüse.

 

Quellen:

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